Blutegeltherapie

Blutegeltherapie Worb b. Bern

Bei Rheuma, Arthrose, Krampfadern, Sehnenscheidenentzündungen, Migräne

Die Behandlung mit Blutegel bei Arthrose, Rheuma, Krampfadern, Entzündungen ist eine sehr effektive Methode.

Die Blutegeltherapie kennt man schon seit Jahrtausenden von Jahren. Gut dokumentiert wurde sie zu den Zeiten der Römer und den griechischen Gelehrten wie Plinius der ältere oder später Galen. Im späten Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert war die Therapie mit Blutegel ein weit verbreitetes Behandlungsverfahren. Im 18. Jahrhundert wurde der Blutegel beinahe ausgerottet. In Frankreich wurden zu dieser Zeit Millionen von Blutegel verwendet. Neben der medizinischen Anwendung wurde der Blutegel in aristokratischen Kreisen als Lifestyleobjekt eingesetzt. Durch die exzessive Anwendung (es wird berichtet, dass bis zu 80 Egel angesetzt wurden) kam es zu einer massiven Anämie der "behandelten" Personen und somit zu der als Edel und Schönheitsideal geltenden Blässe. Daneben wurden die Blutegel bei unzähligen, heute grotesk erscheinenden, Krankheiten in grosser Zahl angewendet.

In der westlichen Welt wurde die Therapie Ende des 19. Jahrhunderts fast vergessen. Bis heute blieb die Blutegeltherapie aber in Russland eine wichtige Behandlungsmethode und wird dort auch in Spitälern angewendet.

Welche Wirkung hat die Blutegeltherapie?

 

Der Speichel des Blutegels besteht aus über 200 Substanzen, wobei davon erst ca. 30 näher untersucht wurden.
Hirudin, Eglin, Calin, Hyaluronidase, Bdelline und Antistasin sind einige der wichtigsten Inhaltsstoffe.
Hirudin hemmt vor allem lokal die Blutgerinnung. Eglin hemmt die Blutgerinnung und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Calin hemmt ebenfalls die Blutgerinnung im Körper und sorg dazu, dass die Bissstelle ca. 12-24 Stunden nachblutet (dieser Effekt ist erwünscht).
Hyaluronidase ist ein Enzym, welches u.a. den Lymphfluss beschleunigt und so auf diesem Weg für eine effektive Elimination von Stoffwechselendprodukten sorgt.


Durch die Blutegeltherapie und der daraus resultierenden Reperatureffekte des
Körpers, wirkt die Egeltherapie:

 

  • Gerinnungshemmend

  • Entzündungshemmend

  • Antithrombotisch

  • Schmerzlindernd

  • Immunsystemanregend

  • Gefässkrampf-Lösend

  • Durchblutungsfördernd

  • Verbesserung der Sauerstoffversorgung Zelle/Gewebe

Anwendung Blutegeltherapie

 

Die Blutegeltherapie kommt u.a. bei folgenden Krankheiten zum Einsatz:

 


Die Blutegeltherapie darf in einigen Situationen nicht durchgeführt werden.
Wenn gastrointestinale Blutungen (z.B. Magengeschwür, Darmentzündungen) vorliegen, Patienten bereits mit Marcumar das Blut verdünnen oder eine hohe Allergiebereitschaft haben, darf nicht therapiert werden.
Kurz vor Operationen, bei Blutarmut, schlechter Wundheilung, alten geschwächten Personen und Kindern ist ebenfalls von der Therapie abzusehen.

 

Die Indikationsstellung erfolgt aus diesen Gründen sehr genau. 

Einen interessanten Artikel und eine Sendung auf SRF1 finden Sie hier https://www.srf.ch/sendungen/puls/vom-blutegel-gesund-gebissen

Der Blutegel

Der medizinische Blutegel gehört zum Stamm der Ringelwürmer. Die Blutegel sind zwittrig. Nach der Geschlechtsreife (2-4 Jahren) übernimmt bei der Begattung jeweils ein Tier die weibliche und ein Tier die männliche Rolle. Der Blutegel hat kein Hirn sondern nur Nervenbahnen. Diese Sinneszellen dienen zur Wahrnehmung der Umgebung wie Wärme, Licht, Erschütterungen und der Wasserqualität. An einem Ende befindet sich ein starker Saugnapf um sich an der "Beute" festzuhalten. Am anderen Ende befindet sich der Schlund, mit drei scharfen Mahlzähnen.

Quelle: wikipedia

Der Blutegel ernährt sich von Blut.​ Anfänglich ernährt er sich von Amphibien später auch von Warmblütler. Der Blutegel isst nicht regelmässig. Einmal mit Blut vollgesaugt, kann der Blutegel ohne weiteres 6 Monate leben. In freier Natur werden die Egel 25 bis 30 Jahre alt.

Blutegeltherapie

Der Blutegel beisst in der Regel spontan. Oft genau dort, wo Patienten auch Probleme haben. Der Saugakt dauert zwischen 20 und 60 Minuten. Während dieser Zeit wird das Blut im Blutegel in seinem Darm eingedickt. Dabei scheidet der Egel überflüssiges Wasser aus...er "schwitzt" quasi. Über den Speichel werden die verschiedenen Stoffe auf den Menschen übertragen und die Heilwirkung kann erfolgen. Je nach Indikation verliert man bis zu 200ml Blut. Dies nicht nur durch die Blutegeltherapie an sich, sondern die Bissstellen bluten infolge der blutverdünnenden Wirkung bis zu 12 Stunden nach.

Der Blutegel enthält in seinem Speichel auch pathogene Bakterien, welche aber bei sachgerechter Handhabung der Tiere (kein Quetschen der Egel, kein forciertes Entfernen etc.) nicht auf den Menschen übertragen werden. Trotzdem kann es bei immunschwachen Personen gelegentlich zu Infektionen kommen. In der Chirurgie wird daher oft präventiv Antibiotika verabreicht. Daher zählen Immunschwäche und akute Infekte zu den Kontraindikationen.

Möglich Reaktionen bzw. Nebeneffekten

Nach der Blutungszeit von 5- 12 Stunden kommt es häufig zu einer Rötung und Schwellung an der Bissstelle, welche nach wenigen Tagen auftritt und mit lokalem Juckreiz verbunden ist. Dies ist nicht als Nebenwirkung oder Komplikation zu verstehen, sondern eine Reaktion auf den Speichelinhalt oft auf das Histamin. Diese Reaktionen führen aber auch dazu, dass der Körper einen Reparaturimpuls erhält, diese Entzündung zu heilen. Dies führt dazu, dass Entzündungen die oft chronisch sind durch diesen Effekt abklingen können.

Die Blutegeltherapie wird nicht während der Menstruation, bei Fieber, Blutarmut, Blutverdünner, Diabetes Typ1, bei Immunsuprimierten Patienten, Wundheilungsstörung, Magen-Darmblutungen und Blutern durchgeführt.

Gesetzliche Vorschriften

Die Blutegel werden nach der Behandlung getötet. Eine erneute Verwendung ist wegen möglichen Krankheitsübertragung nicht möglich. Ebenfalls dürfen Blutegel nicht in die freie Natur oder den Gartenteich ausgesetzt werden. Dies wegen dem heimischen Artenschutz-Gesetz.

Blutegeltherapie bei Arthrose und Arthritis

Bei Arthrose und anderen Krankheiten aus dem rheumatischen Formenkreis zeigt der Blutegel eine hochwirksame Eigenschaft. Was die Naturheilkundliche Praxis schon seit Jahrzehneten wirksam behandelt, wurde auch wissenschaftlich bestätigt, wie eine Studie aus dem Jahr 2009 der Uni-Klinik Essen Anhand Patienten mit einer Ritzarthrose zeigen konnte. Dabei wurden einer Gruppe 3-5 Blutegel angesetzt und die Kontrollgruppe wurde konventionell mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt. Während die Gruppe mit NSAR nur geringfügige Beschwerdereduktionen zeigte, waren bei der Gruppe mit Blutegeltherapie nach einer Behandlung eine signifikante Besserung und gar Beschwerdefreiheit von 6 Monaten zu beobachten. Im weiteren wurden verschiedene Studien zur Behandlung der Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) mit Blutegel publiziert.

Die komplette Studienbeschreibung der Universität Duisburg- Essen finden Sie hier

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